www.duerrschmidt.info, Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG, Energiewende

Etappe 5: Weitere Informationen

Politikgestaltung in der Exekutive – Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), Erneuerbare Energien (EE) als Treiber der Energiewende zu Atomausstieg, Klimaschutz, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Energiesicherheit und zukunftsfähiger Wirtschaft

2000-2012: Zweiter Abschnitt im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), Berlin:


2000-2012: Referatsleiter für Erneuerbare Energien (EE), BMU, Berlin

Schwerpunkte:

- Aufbau und Leitung des Grundsatz- und Strategie-Referats für EE

- Vergabe und Nutzung wissenschaftlicher Studien als Grundlage für den konsequenten Ausbau der EE und ein klimagerechtes, nachhaltiges Energiesystem

- Vertreter der Bundesregierung (BReg) im Bundestag (BT) bei der Erarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2000) im Rahmen einer Bundestags-Initiative

- Begleitung und Weiterentwicklung des EEG; EEG-Erfahrungsberichte

- Neuausrichtung der Förderung von Investitionen in Anlagen zur EE-Nutzung

- Federführung innerhalb der BReg für die EEG-Novellen 2003 und 2004 (Einvernehmen im BT)

- Fachinformationen und Publikationen zum EE-Ausbau

- Integration von Klimaschutz und EE in alle Politikbereiche der Exekutive

Einordnung.

Im Jahr 1999 wurde der Regierungssitz von Bonn nach Berlin verlegt, wobei ein großer Teil der Ministerien in Bonn verblieb. Der Hauptsitz des BMU blieb zwar in Bonn, jedoch wurden politisch wichtige Einheiten in Berlin angesiedelt. Dazu gehörte auch die Arbeitseinheiten für Klimaschutz und Erneuerbare Energien.  Bundesumweltminister Jürgen Trittin und Staatssekretär Rainer Baake forcierten diese Schwerpunktaufgaben weiter. So konnte ich als Leiter des Referats für Umwelt und EE meine Arbeiten in Berlin nahtlos fortführen – mit neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Als besonders wertvoll stellte sich heraus, dass alle Mitarbeiter/innen engagiert am selben Strang zogen und sich eine beispielhafte Teamarbeit entwickelte. 

Die im Jahr 1999 begonnene Unterstützung der „großen Novelle“ des erfolgreichen, aber nach 10 Jahren an seine Grenzen gekommenen Stromeinspeisungs-Gesetzes (StrEG) im BT gehörte in Berlin weiterhin zu meinen Schwerpunkt-Aufgaben (s. Etappe 4). Da das eigentlich federführende Bundes-Wirtschaftsministerium (BMWi) diese Arbeit verweigert hatte, hatte wieder - wie beim Start des StrEG - der Bundestag das Heft in die Hand genommen. Vor allem vier BT-Abgeordnete waren dabei, das StrEG weiter zu entwickeln: MdB Hermann Scheer und Dietmar Schütz (beide SPD-Fraktion) sowie Michaele Hustedt und Hans-Josef Fell (beide Fraktion Bündnis 90/Die Grünen). Als Ergebnis wurde das Stromeinspeisungs-Gesetz (StrEG) durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abgelöst.

Ich war gut präpariert, damit das BMU sachkundigen und konstruktiven Input bei der Entstehung des EEG leisten konnte. Insbesondere die Studie „Klimaschutz durch Nutzung Erneuerbarer Energien“ hatte wichtige Daten und Fakten dazu ermittelt, wobei die Lernkurven der EE-Technik-Entwicklung und die Dynamik der Stromgestehungs-Kosten eine große Rolle spielten. Damit konnte ich BMU-Minister Jürgen Trittin und Staatssekretär Rainer Baake entsprechend informieren, so dass sie dieses Vorhaben auf der Leitungsebene in den Sitzungen der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen sowie der BT-Ausschüsse und des BT-Plenums vertreten konnten. 

Die Beratungen in der SPD-Fraktion verliefen komplizierter, weil diese entschieden hatte, dass dort die „grüne BMU-Hausleitung“ nicht teilnehmen soll. Dagegen waren die Vertreter des BMWi eingeladen wegen deren formeller Zuständigkeit innerhalb der BReg (obwohl untätig). Als Ausweg aus diesem Konflikt sah die SPD-Fraktion folgende Lösung: Sie kannten mich und meine überparteiliche, fachliche Arbeit aus der EK und den 90er Jahren im BMU, so dass ich als Referatsleiter eingeladen wurde, die Umwelt-Anliegen und die Ergebnisse der Studien einzubringen. Hintergrund war die Haltung, dass in den Sitzungen der SPD-Fraktion und deren Arbeitsgruppen keine Vertreter/ innen anderer Fraktionen teilnehmen sollten. Soweit in den Sitzungen SPD-interne Themen besprochen werden, sollte ich diese nicht an die „Grüne Hausleitung“ weitergeben. Die BMU-Hausleitung hatte diesem Verfahren zugestimmt, so dass ich diese Aufgabe wahrnehmen konnte; das Projekt hat prima geklappt.

Auf diese Weise war es gelungen, dass das BMU – auf der Basis wissenschaftlicher Studien – den BT bei der Erarbeitung des EEG unterstützt hat. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist am 1. April 2000 in Kraft getreten und sicherlich das erfolgreichste Gesetz zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Ähnliche Vorrang- und Vergütungs-Regelungen sind danach in rund 50 Staaten entstanden, so dass das EEG auch international eine beträchtliche Wirkung entfaltet hat.

In Berlin galt es, ein neues Grundsatz- und Strategie-Referat im BMU aufzubauen, um innerhalb der BReg, mit BT und BRat, mit Bundesländern, mit der EU und beteiligten Kreisen den EE-Ausbau und den Klimaschutz weiter voran zu bringen. Parallel wurden verschiedene Institute mit Studien beauftragt, um fachlich fundierte Entscheidungen treffen zu können. Wegen dieser verlässlichen Arbeit landeten viele neue, zusätzliche Aufgaben im EE- Referat, u.a. das Zukunfts-Investitions-Programm der BReg für den Bereich EE, die Erarbeitung der Biomasse-Verordnung (BiomassV) als untergesetzliche Regelung im EEG, die Entwicklung einer Offshore-Windstrategie etc. Allerdings war die geringe Personalausstattung ein Problem, da insgesamt Stellen eingespart werden mussten. Es war trotz politischem Rückenwind außerordentlich schwierig, neue Stellen zu erhalten und zu besetzen. 

Nach der BT-Wahl im Jahr 2002 setzte Jürgen Trittin im Oktober 2002 seine Arbeit als Bundesumweltminister fort, ebenso Rainer Baake als Staatssekretär. Wegen der verlässlichen EE-Arbeit des BMU – und weil „Bündnis 90/Die Grünen“ aufgrund des Wahlergebnisses noch etwas guthatten, wurde die Federführung für die EE innerhalb der BReg dem BMU übertragen. Per Organisationserlass des Bundeskanzlers vom 22.10.2002 gingen die Zuständigkeiten für die Markteinführung der erneuerbaren Energieträger, Energieforschung sowie die Federführung für das Erneuerbare-Energien-Gesetz und dessen Fortentwicklung vom BMWi auf das BMU über.

Somit mussten auch alle bisherigen Aufgaben des BMWi zunächst in meinem Referat bewältigt werden – trotz minimaler Personalausstattung. Als Konsequenz war zwar geplant, eine eigene EE-Unterabteilung mit 5 Referaten zu bilden, dessen Aufbau und deren Einarbeitung ich unterstützte. Dieser Prozess nahm wegen knapper Personal-Ressourcen einige Jahre in Anspruch, so dass zunächst die Hauptlast auf meinen Schultern lastete, wobei das gut eingespielte Referatsteam und die Wissenschaftler der beauftragten Institute hervorragende Unterstützung gaben.

Durch Organisationsverfügung vom Februar 2003 war der Aufbau einer neuen Unterabteilung mit folgenden 5 Arbeitseinheiten zu EE vorgesehen:
1. EE-Grundsatzangelegenheiten und EE-Strategie einschließlich der Instrumente, insbes. des EEG sowie Beratung, Information etc.,
2. EE-Sparten Solar, Biomasse, Geothermie, Markteinführungsprogramme,
3. EE-Sparten Wasserkraft und Windenergie,
4. Internationale und EU-Angelegenheiten der EE,
5. Forschung im EE-Bereich.

Die schrittweise Etablierung der anderen EE-Referate dauerte wegen akutem Personalmangel länger als vorgesehen. So war eine Vielzahl an Aufgaben zunächst im Grundsatz- und Strategiereferat verblieben, so dass die Aufgaben zunächst vor allem hier bewältigt werden mussten. Sobald neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eintrafen, half ich bei deren Einarbeitung, auch in den anderen EE-Referaten. 

Zusätzlich war geplant, mittelfristig ein EE-Rechtsreferat einzurichten, das sich insbesondere um die Weiterentwicklung des EEG und weiterer rechtlicher Regelungen zum EE-Ausbau kümmern sollte. Bis zur Gründung dieses EE-Rechts-Referats war ich vorübergehend innerhalb der BReg für das EEG federführen zuständig. Gemeinsam mit dem Referatsteam gelang es, im Jahr 2003 eine kleine Novelle und im Jahr 2004 eine große Novelle des EEG zu erarbeiten, um die Erfahrungen und aktuellen Anforderungen abzubilden. Der Regierungsentwurf dieser umfangreichen EEG-Novelle 2004 wurde von wissenschaftlichen Studien begleitet, die Anliegen der verschiedenen beteiligten Kreise wurden umsichtig aufgenommen, die Anliegen der Bundesländer und Kommunen gebührend beachtet und die neuen Regelungen im Ressortkreis abgestimmt. Die Zusammenarbeit mit den anderen Ministerien im Zuge der Ressortabstimmung funktionierte hervorragend. Vermutlich war dies eine Geste der Anerkennung der anderen Ministerien, da jetzt das federführende Ressort engagiert und konstruktiv den EE-Ausbau vorantrieb. Als Konsequenz hat der BT diese EEG-Novelle 2004 einvernehmlich verabschiedet – über alle Fraktionsgrenzen hinweg. Für mich hatte diese Einvernehmlichkeit wiederum einen besonderen Stellenwert, da damit deutlich wurde, dass alle Fraktionen im BT für den kräftigen EE-Ausbau und wirksame Klimaschutz-Maßnahmen gestimmt hatten.

Nach dieser EEG-Novelle 2004 wurde dann das geplante Referat „Recht der Erneuerbaren Energien“ gegründet, so dass diese Aufgaben dort angesiedelt werden konnten. Die gesetzlich vorgeschriebenen EEG-Erfahrungsberichte und die Fachinformation der Öffentlichkeit gehörte weiterhin zu meinem Referat. Auf der Grundlage dieser EEG-Erfahrungsberichte, die wiederum den aktuellen Kenntnisstand durch entsprechende Studien und die Erfahrungen der Sparten-spezifischen EE-Referate aufgriffen, konnten dann nach Bedarf weitere EEG-Novellen vorbereitet werden. 

Besondere Bedeutung hat die Veröffentlichung der vergebenen Studien (s. Literatur) erlangt, die ein Jahrzehnt die Grundlage für den EE-Ausbau bildeten. Sie waren nicht nur für die Politikgestaltung wichtig, sondern auch für viele Investitions-Entscheidungen der einschlägigen Wirtschaft, die als global führende Branchen einen verlässlichen Rahmen brauchten. Insbesondere spielten die jährlichen Berichte mit Daten und Fakten sowie die „Leitstudien“ des BMU eine besonders wichtige Rolle (s. Literatur). Die Leitstudien hatten quantifiziert, wie weit die fossilen Energien im Laufe der folgenden Jahre und Jahrzehnte sinken müssen, um die anspruchsvollen Klimaziele der BReg und der EU einzuhalten. Entsprechend musste der Anteil der EE zügig ausgebaut werden, mussten erhebliche Anstrengungen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Energiesparen eingeleitet werden und nicht zuletzt die Verbrennung fossiler Energieträger kontinuierlich gesenkt werden. In der ersten Hälfte des Jahrzehnts fielen solche Ergebnisse auf fruchtbaren Boden, so dass die Strategie danach ausgerichtet wurde. 

Nach der BT-Wahl 2005 wechselte die Hausleitung: Sigmar Gabriel wurde im November 2005 Bundesumweltminister. M.E. trat er beim EE-Ausbau auf die Bremse; ihm ging der rasante Anstieg der EE-Anteile offenbar zu schnell. Denn er kritisierte, dass aus seiner Sicht in den Klima-Szenarien der aktuellen Leitstudien zu wenig fossile Energieträger vorkamen. Rückblickend dürften mehrere Faktoren eine Rolle gespielt haben: Zum einen waren die Vertreter der Kohlebranche in Deutschland erbost, weil sie sich deutlich längere Laufzeiten erhofft hatten. Zum andern hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder mit dem Russischen Präsidenten Wladimir Putin vereinbart, dass Deutschland aus Russland günstig Erdöl und Erdgas importiert. Damit sollte die Energiewende zwar stattfinden, aber relativ preiswert ausfallen. Ferner sollten zwischen Deutschland und Russland gute Wirtschaftsbeziehungen etabliert werden. Wie wir inzwischen wissen, hat Russland u.a. mit diesen Einnahmen seine intensive Aufrüstung finanziert, was damals offensichtlich nicht transparent war. Mit dieser Russlandpolitik war zwar die Hoffnung auf eine gute Zusammenarbeit verknüpft, sie bedeutete aber zugleich auch eine Abkehr von der deutschen Vorreiterrolle bei Klimaschutz und Erneuerbaren Energien.

Der rasante Wachstumskurs der EE-Branche hatte deutsche Maschinenbau-Firmen an die Weltspitze gebracht. Für die fossile und nukleare Energiebranche allerdings erfolgte ihr Erfolg zu schnell, hatten sie doch mit unschädlichen „Peanuts“ gerechnet. So formierte sich eine Gegenbewegung, die den EE-Ausbau zunehmend erschwerte, was sich auch im BMU niederschlug. Zwar bildete der Parlamentarische Staatssekretär MdB Michael Hans Müller in der BMU-Hausleitung ein gewisses Gegengewicht, indem er sich auf die Errungenschaften der Klima-Enquete-Kommission und den dringenden EE-Ausbau berief. Bei dieser wegweisenden Arbeit hatte er sich viel Sachkenntnis verschafft und große Verdienste erworben. So konnte er auch im BMU positiv wirken, allerdings den „Bremskurs“ des Kanzlers Gerhard Schröder und des Umweltministers Sigmar Gabriel nicht verhindern.

Nach Sigmar Gabriel übernahm im November 2009 Norbert Rötgen (CDU) das Amt des Bundes-Umweltministers, im Mai 2012 Peter Altmaier (CDU). Beide setzten den von Sigmar Gabriel eingeschlagenen Kurs fort. Meine Interpretation: Ab etwa 2005 wurde der Kräftige EE-Ausbau abgebremst und der Aufbau ergänzender systemdienlicher Techniken – Netzausbau, Energiespeicher, Regelung, Energiesicherheit, Resilienz des Energiesystems etc. – vernachlässigt. Denn ein hoher, z.T. fluktuierender EE-Anteil erfordert ein deutlich flexibleres Gesamtsystem. Neben der Russland-Orientierung kam hinzu, dass die aufstrebende Wirtschaftsmacht China die Technikstandards einholte und EE-Anlagen zu Dumpingpreisen anbot. Eine politisch geführte Wirtschaftsstrategie zur Unterstützung der bis dahin international marktführenden hiesigen EE-Firmen wurde unterlassen. M.E. dominierte auch hier wieder die Ideologie, dass der Markt alles am besten regelt, so dass politisches Handeln erspart blieb. Meine Erfahrung im Politikbetrieb war, dass dieses Abbremsen nicht allein auf andere politische Schwerpunkte zurück zu führen war. Eine Rolle spielten m.E. auch, dass sich viele Leute mit der Bedeutung von exponentiellen Entwicklungen, komplexen Systemen, vielfältigen Wechselwirkungen und vorausschauendem Handeln schwertaten.

Zu der Zeit existierten allerdings bereits eine Reihe von Institutionen, die solche anspruchsvollen Themen kompetent bearbeiteten, so dass zumindest kein Fadenriss erfolgte, was das Wissen und entsprechend durchdachte Strategien betrafen. Sie berieten und beraten noch heute die BReg mit Fakten, Zusammenhängen und Empfehlungen für geeignete, notwendige Maßnahmen. Einige Beispiele: 
So berät der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) die BReg seit 1972 und übergibt ihr regelmäßig aktuelle Berichte; im Januar 2011 z. B. das Sondergutachten „Wege zur 100% erneuerbaren Stromversorgung“. 
Der „Forschungsverbund Erneuerbare Energien“ (FVEE) wurde 1990 gegründet, bündelt die FuE-Arbeit der Mitgliedsinstitute und veranstaltet jährlich Kongresse, die den Fortschritt auch für interessierte Externe transparent machen. 
Der Wissenschaftliche Beirat der BReg zu Globalen Umweltveränderungen (WBGU) wurde 1992 gegründet und fasst den Kenntnisstand mit Empfehlungen regelmäßig zusammen. 
Die Deutsche Energie-Agentur (DENA) wurde 2000 von der BReg gegründet mit dem Ziel, diese durch Sacharbeit zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Nutzung der EE zu unterstützen, auch mit Blick auf die Aspekte des Klimaschutzes.  
Im Jahr 2001 berief die BReg den Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) ein, der die BReg in Fragen der Nachhaltigkeit berät, auch mit Blick auf Klimaschutz und EE. 
Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) wurde 2004 vom BMU gegründet und liefert aktuelle Daten und Statistiken zum EE-Ausbau, die u.a. der Erfüllung von Berichtspflichten dienen; sie ist inzwischen beim Umweltbundesamt (UBA) angesiedelt. 
Weitere Hinweise enthält die Übersicht wichtiger Webseiten und die Literaturübersicht (s. dort).

Das intensive Engagement vieler Akteure zum Klimaschutz und zum EE-Ausbau in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft hat trotz deutlicher Gegenarbeit auch im weiteren Verlauf gute Früchte getragen; hier einige Zahlen, die die Entwicklung bis 2025 aufzeigt:

Anteil des EE-Anteils am Bruttostromverbrauch in Deutschland auf der Basis der Daten der Arbeitsgruppe EE-Statistik (AGEE-Statistik), ca.-Angaben:
1990:   3,4 %
1995:   4,7 %
 2000:  6,2 %
2005: 10,2 %
2010: 16,9 %
2015: 31,6 %
2020: 46,2 %
2025: 55,1 %.  

Das kräftige Wachstum im Strombereich ist durch eine gezielte Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen zustande gekommen (StrEG, EEG etc.), auf deren Basis die entsprechenden Investitionen getätigt und die technische Weiterentwicklung vorangebracht werden konnte. Das betrifft insbesondere die Wind- und Solarbranche. Wie oben dargestellt, hätten noch deutlich höhere Anteile erzielt werden können, wenn ihr Ausbau nicht eingeschränkt worden wäre und begleitende Maßnahmen zur Energie-Einsparung, Energie-Speicherung, Sektorkopplung und Regelung erfolgt wären.

Die EE-Ausbauzahlen beim Wärme- und Verkehrsbereich hinken deutlich hinterher. Nach Angaben der AGEE-Statistik liegt der gesamte EE-Anteil am Brutto-Endenergieverbrauch in Deutschland im Jahr 2025 bei etwa 24 %. Mit dem zunehmenden Einsatz von EE-Strom im Wärme- und Verkehrsbereich kann dieser Anteil in Zukunft kräftig gesteigert werden.

Meine Arbeit im BMU neigte sich Ende 2012 ihrem Ende zu. Zum einen hatte ich mit großem Einsatz viel für Klimaschutz und Erneuerbare Energien bewegen können. Zudem hatte ich mit der Unterstützung des Aufbaus von mehreren EE-Referaten die Weiterarbeit in eine Reihe engagierter, fachkundiger Kolleginnen und Kollegen legen können, so dass die BReg über entsprechende Arbeitseinheiten verfügte. Zum andern erforderte meine Gesundheit, den extrem anstrengenden Einsatz „herunterzufahren“. Somit kann ich mich seit 2013 in ruhigerem Fahrwasser den Aufgaben weiter widmen – ehrenamtlich und persönlich (s. 6. Etappe).

 

Fachinformationen und BMU-Publikationen zu EE in der 5. Etappe: 

Im Rahmen der Leitung dieses Grundsatz- und Strategiereferats hatte ich viele wissenschaftliche Arbeiten betreut bzw. war ich an der Betreuung beteiligt. Diese dienten zum einen einer fachlich fundierten Politikgestaltung und gaben zum andern aktuelle Fachinformationen, damit möglichst viele Akteure in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft solide handeln konnten. 

So hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) in dieser Zeit eine Vielzahl von Publikationen herausgegeben, die im EE-Grundsatz-Referat des BMU entstanden sind. Diese Studien und Publikationen wurden von mir sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des EE-Referats redaktionell betreut. Sie hatten z.T. Auflagen von 100.000 Exemplaren und bildeten im Zeitraum von 2000 bis 2012 eine zentrale Informationsquelle und Leitlinie für den EE-Ausbaus in Deutschland – mit deutlicher Ausstrahlung auf die EU und die internationale Entwicklung. Sie sind mit der wissenschaftlichen Expertise von verschiedenen Instituten - in alphabetischer Reihenfolge: AGEE-Stat, BINE, DIW, DLR, FhG, GWS, IFEU, ifne, IWR, PTJ, UBA, WI, ZSW etc. - erarbeitet worden. Eine Reihe von BMU-Publikationen zeigen diese Arbeit auf:

„Klimaschutz durch Nutzung erneuerbarer Energien – Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und des Umweltbundesamtes“, BMU, Berlin 1999;
wissenschaftliche Basis für das BMU für die EEG-Ausgestaltung 1999/2000 im Bundestag (s.o.)

„Erneuerbare Energien in Zahlen – nationale und internationale Entwicklung“, Reihe „Umweltpolitik“ des BMU, Berlin, jährliche Berichte, 2002 bis 2012

„Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland“, BMU, Berlin, jährliches Update von 2002-2012

„Erneuerbare Energien und Nachhaltige Entwicklung“, BMU, Berlin 2002

„Erneuerbare Energien und Nachhaltige Entwicklung – Förderüberblick – Ansprechpartner und Adressen“, BMU, Berlin 2002

„Fachtagung Umwelt und Erneuerbare Energien – Aktuelle Schwerpunkte des BMU zu Forschung und Entwicklung am 04./05.Februar 2002“, Zukunfts-Investitions-Programm (ZIP) der Bundesregierung und UFOPLAN des BMU/UBA, Tagungsband, Reihe „Umweltpolitik“ des BMU, Berlin 2002

„Fachtagung Geothermische Stromerzeugung – eine Investition in die Zukunft am 20./21. Juni 2002 in Landau/Pfalz“, Tagungsbund, Reihe „Umweltpolitik“ des BMU, Berlin 2002

„Erneuerbare Energien – Einstieg in die Zukunft“, BMU, Berlin 2003 und aktualisierte Ausgabe 2011

„Renewable energy sources and figures – national and international development“, Federal Ministry for the Environment, Nature Conservation an Nuclear Safety (BMU), annual reports, BMU, Berlin 2004-2012

„Ökologisch optimierter Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland“, Reihe „Umweltpolitik“ des BMU, Berlin 2004

„Ecolocically Optimised Extension of Renewable Energy Utilization in Germany“, Series „Environmental Policy“ of the Federal Ministry fort he Environment, Nature Conservation and Nuclear Safety (BMU), Berlin 2004

„Erneuerbare Energien – Innovationen für die Zukunft“, BMU, Berlin 2006

„Erneuerbare Energien – Arbeitsplatzeffekte“, BMU, Berlin 2006

„Renewable Energies – Employment Effects“, BMU, Berlin 2006

„Leitstudie 2007 – Aktualisierung und Neubewertung der Ausbaustrategie Erneuerbare Energien bis 2020 und 2030 mit Ausblick bis 2050“, BMU, Berlin 2007

„Weiterentwicklung der Ausbaustrategie Erneuerbare Energien – Leitstudie 2008“, BMU, Berlin 2008

„Lead Study 2008 – Further Development of the „Strategy to increase the use of renewable energies“ within the context oft he current climate protection goals of Germany and Europe“, BMU, Berlin 2008

„Ausbau Erneuerbarer Energien im Strombereich bis zum Jahr 2030 – EEG-Vergütungen, -Differenzkosten und -Umlage sowie ausgewählte Nutzeneffekte bis zum Jahr 2030“, Reihe  „Umweltpolitik“ des BMU, Berlin 2008

„Erneuerbare Energien – Fragen und Antworten“, BMU, Berlin 2008 und aktualisierte Ausgabe 2012

„Langfristszenarien und Strategien für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland – Leitszenario 2009“, BMU, Berlin 2009

 „Strom aus Erneuerbaren Energien – Zukunftsinvestitionen mit Perspektiven – EEG-Erfahrungsbericht 2007 und EEG 2009 im Überblick“, BMU, Berlin 2009

„Erneuerbare Energien – Innovationen für eine nachhaltige Energiezukunft“, BMU, Berlin 2011

„Renewable Energies – Perspectives for a Sustainable Energy Future“, BMU, Berlin 2011

„Erneuerbare Energien – Motor der Energiewende“, BMU, Berlin 2012

 Eine weitere Literaturauswahl zur 5. Etappe ist in der Gesamt-Literaturliste für alle 6 Etappen enthalten.
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